Sie haben sich für den ioBroker als Smarthome-Zentrale entschieden oder möchten diesen einfach einmal ausprobieren? Dann stellt sich natürlich die Frage, wie und wo man diesen installieren kann. Hat man einen Raspberry Pi zur Verfügung, so bietet sich eine Installation auf dem Raspberry Pi natürlich an. Stefan von verdrahtet.info hat hier vor einiger Zeit man eine Anleitung erstellt auf die ich gerne verweise. Wenn Sie aber eine Synology Diskstation verwenden, so ist diese – mit ihrer deutlich besseren Hardware – eine perfekte Basis für den ioBroker.
In dieser Anleitung zeigen wir, wie Sie ioBroker auf einer Synology Diskstation installieren können. Im zweiten Schritt zeigen wir dann, wie wir dem ioBroker-Container eine eigenständige IP-Adresse zuordnen. Dieser Schritt ist notwendig, wenn Sie ioBroker in einem anderen Subnetz (VLAN, für z.B. die IoT-Geräte) betreiben möchten oder auch, um ihn aus Security-Sicht von der eigentlichen DiskStation trennen zu können.
Die Voraussetzungen:
- Synology Diskstation, die es erlaubt Container zu installieren. Synology stellt hier eine Übersicht der Geräte zur Verfügung, die den Container-Manager, der hierfür notwendig ist, unterstützen.
Die einzelnen Schritte im Überblick:
- Erstellung eines Freigegebenen Ordners für die Docker-Daten
- Installation des Container Managers, um ioBroker auf einer Synology DiskStation zu installieren
- Installation des ioBroker-Containers
- Erstes Aufrufen des ioBrokers
- Installation Portainer zur Erstellung von virtuellen Netzwerken für die Container
- Erstellung eines eigenen Subnetztes für den ioBroker-Container mit Hilfe von Portainer
- Zuordnung des ioBroker-Containers zu dem erstellten Netzwerk
Erstellung eines Freigegebenen Ordners für die Docker-Daten
Bevor wir mit dem Erstellen des Docker Containers beginnen, erstellen wir zunächst einen „Freigegebenen Ordner“ mit dem Namen „Docker“ ohne weitere Berechtigungen. Diesen benötigen wir im späteren Verlauf. Dies macht man über die Verwaltungsoberfläche der DiskStation, dem DSM, unter Systemsteuerung -> Freigegebene Ordner.
Installation des Container Managers, um ioBroker auf einer Synology DiskStation zu installieren
Der Synology Container Manager ist Grundvoraussetzung, damit man auf der Synology DiskStation Container ausführen kann. Für die Installation des Container Managers meldet man sich zunächst in der DiskStation an. Danach ruft man das Paket-Zentrum auf und sucht nach Container Manager.

Mit einem Klick auf „Installieren“ wird der Container Manager installiert.
Installation des ioBroker-Containers
Nachdem der Container Manager installiert wurde, können wir direkt mit der Installation des ioBroker-Containers fortfahren. Hier muss man auf ein paar Einstellungen achten, die wir im Detail beschreiben.
Zunächst ruft man über das Hauptmenü den Container Manager auf. Dann wählt man rechts „Registrierung“ und such im Folgescreen nach „iobroker/buanet“. Dies ist das offizielle Image für den Docker-Container von ioBroker.

In der Liste der Suchergebnisse ist nun der entsprechende Eintrag zu finden. Diese wählt man durch einen Klick an und startet den Download mit einem Klick auf den Button oberhalb und wählt als Release „latest“. Je nach Internetanbindung dauert der Download dann einige Zeit.
Um aus dem Image nun einen „lebenden“ Container zu erstellen, wechselt wir in die Ansicht „Image“, wählen das Image „buanet/iobroker“ aus und klicken auf „Ausführen“:

Beim nun folgenden, ersten Screen des nun erscheinenden Dialogs, geben wir dem Container einen Namen (z.B. ioBroker) und aktivieren die Option „Automatischen Neustart aktivieren“. Danach klicken wir auf „weiter“:

Im nächsten Screen machen wir die folgenden Anpassungen:
Unter Volume-Einstellungen müssen folgende Einträge erfasst werden, damit ioBroker später problemlos aktualisiert werden kann, ohne, dass die Backups und Einstellungen verloren gehen. Fehlende freigegeben Ordner können einfach in diesem Zuge mit angelegt werden:

Unter Funktionen wählt man nun aus, dass der Container mit hoher Priorität ausgeführt werden soll.
Als Netzwerk lassen wir in diesem Schritt „Bridge“ stehen. Damit wird ioBroker über die gleiche IP wie die DiskStation aufrufbar sein.
Auf der Übersichtsseite lässt man den Haken „Diesen Container nach Abschluss des Assistenten ausführen“ aktiviert und bestätigt den Dialog mit „Fertig“.
Danach startet der ioBroker kurz darauf, benötigt aber ein paar Minuten, bis er erreichbar ist. Ziel erreicht: ioBroker läuft nun auf einer Synology DiskStation.
Erstes Aufrufen vom ioBroker auf einer Synology DiskStation
Der erste Aufruf des ioBrokers erfolgt über die IP-Adresse der DiskStation gefolgt mit dem Port „:8081“. Mehr zur Einrichtung des ioBrokers gibt es in einem weiteren Artikel.
Für alle reinen Heimanwender, die keine Subnetz resp. VLANs eingerichtet haben, endet hier auch schon die Anleitung für die Einrichtung des ioBroker auf der DiskStation. Für die Nutzer, die den ioBroker über eine eigene IP-Adresse ansprechen möchten, folgt nun der zweite Teil der Anleitung.
Installation Portainer zur Erstellung von virtuellen Netzwerken für die Container
Wenn der ioBroker über eine eigene IP-Adresse verfügt, so kann dieser einem eigenen Subnetz, bzw. VLAN zugeordnet werden, was die Segmentierung des Netzes und damit die Erhöhung der Sicherheit ermöglicht. Wie man ioBroker eine eigene IP-Adresse zuweist, zeigen wir in diesem Abschnitt.
Im ersten Schritt wird hierzu ein weiterer Container erstellt. Dies erfolgt wiederum über den Synology Container Manager. Hier sucht man unter Registrierung nach „Portainer/Portainer-CE“. Mit einem Klick auf das entsprechende Suchergebnis, sowie auf „Download“ lädt man das Image herunter. Unter „Image“ wählen wir das Portainer Image aus und klicken auf „Ausführen“.
Im sich nun öffnenden Dialog sind nun folgende Einstellungen notwendig:

Zusätzlich setzt man unter Umgebung die Variable „PATH“ mit folgendem Wert: „/usr/local/sbin:/usr/local/bin:/usr/sbin:/usr/bin:/sbin:/bin“
Alle weiteren Einstellungen bleiben unverändert. Nach dem Klick auf „Fertig“ startet Portainer und ist unter der IP der DiskStation mit dem Port „8889“ erreichbar. Der Aufruf lautet somit „http://<ip der Diskstation>:8889“. Beim ersten Zugriff wird dann das Admin-Passwort vergeben. Dieses bitte unbedingt aufschreiben bzw. in einem Passwort-Manager erfassen.
Erstellung eines eigenen Subnetztes für den ioBroker-Container mit Hilfe von Portainer
Die nun folgenden Schritte sind unter blog.buanet.de sehr detailliert beschrieben. Wir werden uns hier auf die wesentlichen Punkte fokussieren, um ioBroker eine IP-Adresse zuzuordnen. Wir rufen Portainer wie oben beschrieben auf:

Wir melden uns dann mit unseren Login-Daten beim Portainer an und wählen auf der darauffolgenden Seite das Environment „local“ aus. Im nächsten Schritt wählen wir im Menü links „Networks“ aus.
In unserem Beispiel hat unser Internet-Router die IP-Adresse 192.168.178.1 und ioBroker soll die IP Adresse 192.168.178.100 erhalten. Hat man eine andere Konfiguration des Netzwerks, bzw. des Subnetzes, dann muss man hier entsprechend die nun folgende beispielhafte Konfiguration anpassen.
Die Erstellung erfolgt in zwei Schritten. Zunächst erstellen wir eine Konfiguration und im zweiten Schritt erstellen wir das eigentliche virtuelle Netzwerk:
1. Schritt: Netzwerk-Konfiguration erstellen:
- Wir klicken rechts oben auf „+Add Network“
- Wir geben einen Namen ein, z.B. ioBroker-Network Conf
- Driver: macvlan auswählen
- Unter Macvlan configuration wählen wir: configuration
- Network Card: eth0
- IPV4 Network configuration: Subnetz: 192.168.178.0/24, Gateway: 192.168.178.1, IP Range: 192.168.178.100/32
- Alles weitere unverändert lassen und die Konfiguration mit „Create the Network“ abschliessen
In der Network-Übersicht erscheint nun der neue Eintrag.

2. Schritt: Netzwerk erstellen:
- In der Netzwerk-Übersicht gehen wir wieder auf „+ Add Network“
- Wir vergeben wieder einen Namen, z.B. ioBroker-Network
- Als Driver wählen wir wieder: macvlan
- Unter Macvlan configuration wählen wir nun: creation
- Unter Configuration wählt man nun die oben erstellte Konfiguration, in unserem Fall: ioBroker-Network Conf
- Dann aktivieren wir: Enable manual container attachment
- Alles weitere unverändert lassen und die Netzwerk-Erstellung wird mit „Create the Network“ abgeschlossen
Hiermit wird das Sub-Netzwerk erstellt, welches nur genau eine IP-Adresse besitzt. Im Router sollte nun möglichst verhindert werden, dass diese IP-Adresse einem anderen Netzwerkgerät zugeordnet wird oder wurde. So kann dort der Bereich, den der DHCP-Service verwenden darf, angepasst werden.
Zuordnung des ioBroker-Containers zu dem erstellten Netzwerk
Wir wählen nun unter „Containers“ den ioBroker-Container aus. Dies erfolgt durch einen Klick auf den entsprechenden Namen. Nun navigieren wir uns bis ganz ans Ende der Seite. Im Bereich „Connected Networks“ ist der Eintrag „bridge“ zu finden. Am Ende dieser Zeile drücken wir auf „Leave Network“.
Als nächstes wählen wir bei „Join a network“ das oben erstellte „ioBroker-Network“ aus und klicken auf „Join Network“. Hiermit wird dem ioBroker die IP Adresse 192.168.178.100 zugewiesen.
Das Konfigurationsmenü ist ab diesem Augenblick unter der IP http://192.168.178.100:8081 erreichbar und die Visualisierung unter http://192.168.178.100:8082.
Dieses Beispiel zeigt, wie man DiskStation und ioBroker aus Sicht der IP-Zuordnung trennen kann, auch wenn beide auf der selben Hardware laufen. Je nach Router bzw. Firewall, können nach diesem Schritt unterschiedliche Firewall-Regeln definiert werden, um die Zugriffe auf die DiskStation und den ioBroker zu beeinflussen. Natürlich – und hier wird es erst spannend – kann durch eine angepasste MACVLAN-Konfiguration der ioBroker einem eigenen VLAN zugeordnet werden (z.B. dem IoT-VLAN), welches nicht oder nur begrenzt mit dem Internet kommunizieren darf. Das MACVLAN kann natürlich auch einen größeren IP-Adressbereich umfassen, so dass weitere Container diesem Netzwerk zugeordnet werden können, beispielsweise ein lokaler Zeit-Server für die IoT-Geräte.
Ein Tipp: Wenn man möchte kann man nun über den Container Manager in der DiskStation stoppen und bei Bedarf – also, wenn man an der Konfiguration des Netzwerks wieder etwas anpassen möchte – wieder aktivieren. Auch das Update von ioBroker geht über Portainer sehr einfach. Aber dies werden wir in einem anderen Artikel beschreiben. Gemäss der Anleitung oben wird Portainer nicht automatisch gestartet, wenn die DiskStation neugestartet wird. Dies ist aber auch nicht notwendig, da Portainer nicht dauerhaft laufen muss.
Fazit: ioBroker auf einer Synology DiskStation
Der ioBroker kann sehr bequem auf einer Synology DiskStation installiert werden und läuft hier auch sehr zuverlässig. Die Einrichtung ist einmalig mit etwas Aufwand verbunden, kann aber sauber von der DiskStation getrennt werden.
Haben wir etwas vergessen?
Bei Fragen oder Anmerkungen zur Vorgehensweise freuen wir uns über einen Kommentar.
