Was ist ein Smarthome?
Was ist ein Smarthome?

Wir haben unser Haus seit 2023 Stück für Stück „smart“ gemacht. Dieser Artikel stellt verschiedenste Smarthome-Funktionalitäten vor und fasst unsere wichtigsten Erkenntnisse zusammen: Smarthome-Funktionalitäten – Theorie und Praxis.

Die Smarthome-Funktionalitäten – Was ist möglich?

Die Grundlagen für ein Smarthome sind ein – wie auch immer geartete – Zentrale. So richtig fassbar wird ein Smarthome dann aber erst durch eine Visualisierung, also eine Darstellung der Smarthome-Funktionalitäten auf einem Display, über die auch eine Steuerung relevanter Smarthome-Funktionen möglich wird. Mit dieser Basis ist man bereit, das Smarthome zum Leben zu erwecken. Aber: Was ist denn überhaupt möglich und was hat sich im Alltag bewährt? Um hier Licht ins Dunkle zu bringen, wollen wir die verschiedenen Smarthome-Funktionalitäten zunächst in einige Kategorien einteilen:

Innerhalb der verschiedenen Kategorien gibt es diverse Funktionalitäten. Einige davon haben wir bereits analysiert, umgesetzt und bewertet. Diese stellen wir Euch gerne in diesem Artikel vor.

Gesundheit:

Energie

Sicherheit

Lifestyle

Komfort

Smarthome-Funktionalitäten – Theorie und Praxis: Was hat sich bewährt?

Im Folgenden gehen wir darauf an, welche Smarthome-Funktionalitäten wir bereits getestet haben und was sich im Alltag effektiv als sinnvoll herausgestellt hat. Diese Funktionalitäten haben auch meinen WAF (Woman Acceptance Factor) bestanden, teilweise aber erst nachdem wir es ausprobiert hatten.

Smarthome-Funktionalitäten – Theorie und Praxis: Thema Gesundheit

  • Luftqualitätsmesser:
    • Funktionsweise: Diese messen beispielsweise den CO2-Gehalt in der Luft. Bei Unterschreitung eines bestimmten Wertes kann man ein über die Smarthome-Zentrale ein Signal ausgeben lasse oder gar die Fenster automatisch zum Lüften öffnen lassen.
    • Relevanz im Alltag: Nur nützlich, wenn auch die Fenster smart sind und über Öffnungsmotoren verfügen. Ansonsten wird man sicher zweimal am Tag die Fenster für 10 Minuten öffnen.
    • Beispiel für eine Smarthome-Komponente: Zigbee Luftqualitätssensor
    • Einschätzung: im Privathaushalt unnötig. (0/5 Punkte)

  • Temperatur- und Luftfeuchtigkeits-Sensoren:
    • Funktionsweise: In jedem Zimmer installiert, erhält man einen guten Überblick über die Temperatur und Luftfeuchtigkeit in den einzelnen Zimmern.
    • Relevanz im Alltag: Insbesondere bei Neubauten sind diese sehr hilfreich, da sie helfen, den thermischen Abgleich im Haus und damit die Optimierung der Heizung durchzuführen. Aber auch in Bestandsgebäuden kann man hiermit die Heizung besser einstellen. Gleichzeitig kann man – insbesondere in Bädern – die Luftfeuchtigkeit verfolgen, um zu entscheiden, ob es allenfalls eines Luftentfeuchters bedarf.
    • Beispiel für eine Smarthome-Komponente: Aqara Temperatur- und Luftfeuchtigkeitssensor*
    • Einschätzung: sehr hilfreich, gerade nach Neueinzug bei einem Neubau. Uns half es, die Zimmertemperaturen auf wenige Zehntel Grad genau anzugleichen und somit die Energiekosten zu senken. (4/5 Punkte)

  • Luftbefeuchter / Luftentfeuchter:
    • Funktionsweise: Ent- oder Befeuchten die Luft im Haus oder einzelnen Zimmern.
    • Relevanz im Alltag: Sehr hilfreich – gerade nach Erstbezug im Neubau, da sich in den ersten Jahren noch sehr viel Feuchtigkeit im Bau befindet. Aber auch in Bädern oder in Räumen, die zum Trocknen der Wäsche verwendet werden, kann der Einsatz eines Luftentfeuchter sinnvoll sein. In der Regel bieten die Geräte bereits eine Feuchtigkeitsabhängige Steuerung. In Verbindung mit Temperatur- und Luftfeuchtigkeits-Sensoren und smarten Steckdosen kann man das Gerät aber automatisch starten und stoppen und sieht auch direkt noch, den Stromverbrauch. Analog hierzu dürften auch Luftbefeuchter einen ähnlichen Nutzen stiften.
    • Beispiel für eine Smarthome-Komponente: Luftentfeuchter bzw. Luftbefeuchter zzgl. WLAN Smartplug* und Aqara Temperatur- und Luftfeuchtigkeitssensor* (sofern in dem entsprechenden Raum nicht bereits vorhanden)
    • Einschätzung: hilfreich. Uns half es, die Luftfeuchtigkeit unseres Neubaus – insbesondere im Keller – gezielt zu senken und die Bautrocknung zu beschleunigen. (3/5 Punkte)

Smarthome-Funktionalitäten – Theorie und Praxis: Thema Energie

  • Solarenergie-Management
    • Funktionsweise: Optimierung des Stromverbrauchs an die Solarstromproduktion.
    • Relevanz im Alltag: Dieses Thema wird in den kommenden Jahren immer wichtiger werden. Strom, den man nicht verbraucht ist natürlich am günstigsten. Strom, der selbst produziert und auch direkt verbraucht wird, kommt an zweiter Stelle. Hierzu gehört auch das Laden des E-Autos. Überschüssigen Strom kann man einspeisen, erhält aber eine immer niedrigere Vergütung hierfür. Oder man speichert ihn, was aber immer mit Verlusten einher geht. Ein zentrales Management der verschiedenen Verbraucher in Abhängigkeit von der Stromproduktion ist eine wichtige Funktion des Smarthomes. Eine Smarthome-Zentrale – wie der ioBroker aber auch Home Assistant – kann diesen Job sehr gut übernehmen.
    • Beispiel für eine Smarthome-Komponente: Verbindung zwischen Wechselrichter und Smarthome-Zentrale, sowie allen zu steuernden Komponenten im Haushalt. Dies erfolgt in aller Regel über eine LAN oder WLAN-Verbindung, in Ausnahmen über Zigbee.
    • Einschätzung: aktuell hilfreich, Tendenz steigend. (3/5 Punkte)

  • Warmwasser-Speicher als Energiespeicher
    • Funktionsweise: Der Warmwasser- aber auch ein Kältespeicher kann Energie aufnehmen und speichert diese. Bei viel Sonnenenergie kann man diesen wärmer respektive kälter „aufladen“ als man es für den Alltag benötigt.
    • Relevanz im Alltag: Wir erhitzen unseren 400 Liter großen Warmwasserboiler im Sommer um zusätzliche 10 Kelvin. Grundsätzlich kann man bei weichem Wasser und verbautem Verbrühschutz noch deutlich höher gehen und damit noch mehr Energie speichern. Jedoch steigen damit gleichzeitig auch Wärmeverluste. Zusätzlich kühlen wir einen 300 Liter großen Kältespeicher im Keller um 15 Kelvin unter die für die Kühlung notwendige Temperatur. Der Effekt ist, dass die Wärmepumpe oder der Heizstab im Boiler weniger oft, aber dafür dann länger laufen kann. Dies ist gut für die Effizienz. Hierdurch haben wir einen quasi kostenfreien Energiespeicher von knapp 10 kWh.
      Zusätzlich hat sich für uns herausgestellt, dass wir die Warmwasserbereitung auf 12:30 eingestellt haben. Zu dieser Zeit ist das Mittagessen fertiggekocht, die Sonne steht weit oben und die Außentemperatur ist möglichst hoch. Somit erfolgt die Warmwasserbereitung zu einem idealen Zeitpunkt. Die effektiven Soll-Temperaturen für Boiler und Kältespeicher wird von der Smarthome-Zentrale automatisch anhand der PV-Vorsage und Außentemperatur festgelegt.
    • Beispiel für eine Smarthome-Komponente: Bereits bestehende Boiler oder Pufferspeicher der Heizung (nur bei Wärmepumpen oder dem Einsatz von steuerbaren Heizstäben* möglich). Die Wärmepumpe bzw. der Heizstab muss mit der Smarthome-Zentrale verbunden sein.
    • Einschätzung: sehr hilfreich. Je nach Außentemperatur, muss unsere Wärmepumpe im Sommer nur alle zwei Tage warmes Wasser bereiten. Gleichzeitig wird der Eigenstromverbrauch der PV-Anlage erhöht. (4/5 Punkte)

  • Heizungssteuerung: Das Haus als Wärmespeicher
    • Funktionsweise: Je nach zu erwartendem PV-Ertrag wird die Heizkurve der Wärmepumpe tagsüber leicht angehoben und nachts abgesenkt. Dadurch soll die Wärmepumpe tagsüber mit PV-Strom mehr Energie ins Haus bringen, damit sie dann in der Nacht länger ausgeschaltet sein kann.
    • Relevanz im Alltag: Dies ist in der Theorie eine gute Idee. Sie funktioniert jedoch – auch im Neubau – in der Praxis aus Prinzip nicht.
      Der Grund ist einfach: Am Tag steigt die Außentemperatur. Durch die höhere Außentemperatur, wird – vorgegeben durch die Heizkurve – eine niedrigere Vor- bzw. Rücklauftemperatur der Heizung angefordert. Erhöht man nun künstlich diese Temperaturanforderung um 2 Kelvin, heizt die Heizung etwas stärker und bringt diese Energie ins Haus (Speicherung im Beton/Estrich).
      In der Nacht sinkt wiederum die Außentemperatur. Somit steigt – wiederum vorgegeben durch die Heizkurve – die Vor- bzw. Rücklauftemperatur der Heizung. Diese erhöhte Temperaturanforderung ist aber – gerade in der Übergangszeit – in aller Regel höher als die Temperatur, die man am Tag ins Haus einspeisen konnte, selbst wenn man diese dann in der Nacht um 2 Kelvin absenkt.
      Die Folge: Die Heizung läuft dann zwar nachts nicht, muss aber am frühen Morgen starten, um nachzuheizen. Und dies fällt dann in die Zeit mit den kältesten Temperaturen und somit auch der niedrigsten Effizienz. Auch eine weitere Spreizung hilft hier nicht, da die Energie gar nicht so schnell vom Haus aufgenommen werden kann. Lässt man hingegen die Nachtabsenkung zu lange aktiv, kühlt das Haus aus.
    • Beispiel für eine Smarthome-Komponente: Verbindung zwischen Wechselrichter und Smarthome-Zentrale, sowie der Wärmepumpe.
    • Einschätzung: wenig hilfreich. In aller Regel sprang die Heizung in den frühen Morgenstunden an, um nachzuheizen. Dies ist aber die Zeit, in dem die Effizienz am niedrigsten ist. Wir haben daher die Taganhebung- und Nachtabsenkung wieder deaktiviert, obwohl wir hier bereits eine recht komplexe Berechnung der Tag- und Nachtabsenkung, in Abhängigkeit von der PV-Vorhersage entwickelt hatten. Ein ordentlicher thermischer Abgleich bringt hier deutlich mehr. (0/5 Punkte)

  • Wallbox-Steuerung
    • Funktionsweise: Das Auto wird in Abhängigkeit von der aktuellen PV-Leistung geladen.
    • Relevanz im Alltag: Wenn man nicht auf das Fahrzeug angewiesen ist, kann man es ideal zum Aufnehmen von überschüssigem Strom einsetzen. So wird es im Laufe des Tages geladen. Aktuelle Wallboxen lassen sich gut von außen steuern, so dass ein kurzfristiges Nachführen der Leistung möglich wird. Wollboxen bieten sich hier, im Vergleich zu anderen Geräten im Haushalt an, da man z.B. Waschmaschinen, Spülmaschinen oder auch Wärmepumpen besser nicht abschaltet, wenn gerade mal eine Wolke die Solarzellen verdeckt.
    • Beispiel für eine Smarthome-Komponente: Verbindung zwischen Wechselrichter und Smarthome-Zentrale, sowie der Wallbox.
    • Einschätzung: sehr hilfreich, wenn das Fahrzeug tagsüber zu Hause steht. Überschüssiger Strom kann dann ins Auto geladen werden und die Stärke des Ladens kann an die aktuelle PV-Produktion angepasst werden. (4/5 Punkte)

  • Automatische Lichtsteuerung (auch mit Präsenz-/Bewegungsmeldern):
    • Funktionsweise: Hierbei geht es darum, möglichst auf Schalter im Haus zu verzichten und die Beleuchtung über die Smarthome-Zentrale zu steuern. Hierfür muss die Smarthome-Zentrale jeweils erkennen, welches Licht respektive welche Lichtszenen aktiviert werden sollen. Dies kann entweder durch Präsenzmelder (regieren bei Präsenz), Bewegungsmelder (regieren nur bei Bewegung) oder andere Sensoren oder Auslöser (z.B. TV wird eingeschaltet) aktiviert werden.
    • Relevanz im Alltag: Im Außenbereich in Verbindung mit Bewegungsmeldern ist die automatische Lichtsteuerung ohne Zweifel sehr hilfreich. Aber auch im Innenbereich hat sich die automatische Lichtsteuerung In gewissem Rahmen als hilfreich erwiesen. Z.B. erkennt unser Haus, ob wir zuhause sind oder nicht und steuert darauf basierend die Abwesenheitsszenarien (einschliesslich der Steuerung der Rollläden).
      Tiefer gehende Szenensteuerungen haben sich aber eher als hinderlich anstelle von nützlich erwiesen. Zu oft will man vielleicht doch nur eines der Lichter und nicht alle Lichter anschalten. Aber woher soll das die Zentrale denn gerade wissen? Hier muss man im Laufe der Zeit ein Gefühl dafür entwickeln, was sinnvoll ist ohne zu auffällig zu sein. Andernfalls fühlen sich die Bewohner des Hauses schnell von der Steuerung bevormundet. Eine entsprechende Vorbereitung für Präsenzmelder und die Möglichkeit Lichtschalter smart zu machen (via KNX oder Schaltaktoren) macht im Rahmen der Bauphase eines Neubaus aber in jedem Fall Sinn. Aber: Schalter benötigen wir definitiv weiterhin.
    • Beispiel für eine Smarthome-Komponente: Smarte Lichtschalter und Rolllandentaster oder nachgerüstete Schaltaktoren (z.B. von Shelly*) und Verbindung mit der Smarthome-Zentrale. Die Integration von weiteren Sensoren, wie Bewegungs- oder Präsenzmeldern, erfolgt ebenfalls über die Smarthome-Zentrale.
    • Einschätzung: sehr hilfreich, wenn zurückhaltend umgesetzt. (4/5 Punkte)

Smarthome-Funktionalitäten – Theorie und Praxis: Thema Sicherheit

  • Alarmanlage:
    • Funktionsweise: Meldet visuell und akustisch, wenn ein Einbrecher das Haus betreten hat.
    • Relevanz im Alltag: Es gibt Alarmanlagen, bestehend aus mehreren Komponenten wie Fenster- und Bewegungssensoren und einer Sirene fertig zu kaufen. Hat man aber bereits Fenstersensoren verbaut, braucht es nur noch einen Lautsprecher, um im Bedarfsfall über die Smarthome-Zentrale einen Alarm auszulösen. Dieser kann in diesem Fall natürlich auch eine Nachricht direkt an die Smartphones der Besitzer senden. Und bei smarter Beleuchtung, können auch innen und außen Lichter gesteuert werden.
    • Beispiel für eine Smarthome-Komponente: Lautsprecher für die Smarthome-Zentrale.
    • Einschätzung: Je nach Wohnregion kann es sinnvoll sein, das bestehende Smarthome um die Funktionen einer Alarmanlage zu erweitern. Insellösungen ohne Integration in das bestehende Haus machen aus heutiger Sicht jedoch keinen Sinn mehr. (3/5 Punkte)

  • Kameras:
    • Funktionsweise: Überwachung des Außenbereichs oder auch des Innenbereichs (bei Abwesenheit)
    • Relevanz im Alltag: Ist man gerade nicht zuhause, so kann man über das Smartphone schnell mal schauen, ob dort alles in Ordnung ist. Hat man zusätzlich noch die Alarmanlagen-Funktionen umgesetzt, so kann man im Alarmfall schnell prüfen, ob es vielleicht ein falscher Alarm war.
    • Beispiel für eine Smarthome-Komponente: Anpviz IP Dome Kamera*
    • Einschätzung: Nützlich, man muss jedoch die örtlichen Gesetze einhalten. So dürfen öffentliche Bereiche oder auch die Grundstücke der Nachbarn nicht beobachtet werden. (4/5 Punkte)

  • Tür- und Fenster-Sensoren:
    • Funktionsweise: Tür- und Fenster-Sensoren geben den Zustand der überwachten Tür oder des Fensters weiter.
    • Relevanz im Alltag: Wenn man schnell einen Überblick haben möchte, ob alle Fenster geöffnet oder geschlossen sind, sind diese Sensoren die Grundlage. Wir haben beispielsweise an einem zentralen Punkt im Haus ein kleines Licht, welches Leuchtet, sobald auch nur ein Fenster geöffnet ist. Damit sieht man sofort, wenn man das Haus verlässt, ob alle Fenster geschlossen sind.
      Aber auch weitere Funktionalitäten lassen sich hierüber beeinflussen. So kann man zum Beispiel in der Smarthome-Zentrale programmieren, dass der Rollladen der Terrasse sich abends nur dann schließt, wenn die Terrassentür geschlossen ist. Hiermit kann man verhindern, dass man vom Haus ausgesperrt wird. Aber auch Lichtsteuerungen sind denkbar: So lassen wir beispielsweise am Abend das Außenlicht anschalten, sobald man die Haustüre öffnet.
    • Beispiel für eine Smarthome-Komponente: Aqara Tür- und Fenster-Sensoren*
    • Einschätzung: Essenziell für ein Smarthome, da es viele weitere Steuerungsmöglichkeiten ermöglicht und sehr schnell einen Überblick über die Fenster im Haus geben kann. (5/5 Punkte)

  • Anwesenheits-Simulation:
    • Funktionsweise: Eine Kombination aus verschiedenen Komponenten. Bei Abwesenheit kann über die Licht- und Rollladensteuerung auf einfach Weise eine Anwesenheit simuliert werden.
    • Relevanz im Alltag: Erkennt das Haus, dass wir nicht anwesend sind, werden die Rollläden weiterhin gesteuert und das Licht im Haus aktiviert. So sieht es weiterhin bewohnt aus.
    • Beispiel für eine Smarthome-Komponente: Steuerung über die Smarthome-Zentrale
    • Einschätzung: Eine sinnvolle Funktionalität, die die Sicherheit gegen Einbrecher erhöht. (4/5 Punkte)

  • Fenster-Status-Leuchte:
    • Funktionsweise: Leuchte an einem zentralen Ort oder beim Ausgang, die anzeigt, ob noch ein Fenster geöffnet ist.
    • Relevanz im Alltag: Auch wenn man eine schöne Visualisierung des Smarthomes umgesetzt hat, so ist es doch schneller, wenn man mit einem Blick schauen kann, ob alle Fenster geschlossen sind. Um diese Funktionalität umzusetzen, müssen natürlich alle Fenster mit einem Tür- bzw. Fenster-Sensor ausgestattet werden. Der Rest ist etwas Programmierung in der Smarthome-Zentrale.
    • Beispiel für eine Smarthome-Komponente: Aqara Einzelsteuermodul* in Verbindung mit einem Lichtschalter mit Kontrollleuchte
    • Einschätzung: hilfreich aber nicht essenziell (3/5 Punkte)

  • Fernsteuerung und Fernüberwachung:
    • Funktionsweise: Zugriff auf die Smarthome-Funktionalitäten von unterwegs aus über PC oder Smartphone.
    • Relevanz im Alltag: Auch wenn man nette Nachbarn hat, die sich um das Haus oder die Wohnung kümmern: In den Ferien möchte man auch mal schnell schauen, ob zuhause alles in Ordnung ist. Daher ist es hilfreich, wenn man sich auch von unterwegs aus im Haus anmelden kann und schauen kann. Dies geschieht in aller Regel abgesichert via VPN (Virtual Private Network). Einmal angemeldet, hat man auf alle Smarthome-Geräte Zugriff, so als wäre man vor Ort.
    • Beispiel für eine Smarthome-Komponente: (bestehender) Internet-Router, der VPN-Verbindungen ermöglicht
    • Einschätzung: hilfreich, um ein ruhiges Gewissen zu bewahren, dass alles in Ordnung ist zuhause. Für die Umsetzung bedarf es jedoch mindestens semi-professioneller Hardware. (4/5 Punkte)

  • Personenerkennung über das WLAN:
    • Funktionsweise: Über die Netzwerkverwaltung kann man angemeldete Geräte erkennen. Hiervon lässt sich ableiten, wer sich gerade im Haus befindet.
    • Relevanz im Alltag: Eine Idee aus der Kategorie „um die Ecke gedacht“. Damit man dem Smarthome nicht manuell mitteilen muss, dass die Familien in Ferien ist und somit die Abwesenheits-Simulation gestartet werden soll, kann man über den Router herausbekommen, wer sich gerade im Haus befindet. Sind alle relevanten Mobilfunkgeräte über einen definierten Zeitraum nicht im Haus, kann das Haus auf „Abwesenheit“ umschalten und vielleicht ja sogar die Alarmanlagen-Funktionen scharf schalten. Sobald sich wieder eines der definierten Geräte im WLAN anmeldet, kann dies wiederum erkannt werden und das Smarthome auf „Präsenz“ umschalten.
      Je nachdem wie viele Access Points man im Haus installiert hat, ist sogar eine Ortung der einzelnen Bewohner möglich und individuelle Smarthome-Funktionalitäten können entsprechend ausgelöst werden (Beispielsweise: individuelle Lichtszenen)
    • Beispiel für eine Smarthome-Komponente: (bestehender) Internet-Router, der Zugriff auf die angemeldeten Geräte zulässt
    • Einschätzung: hilfreich aber nicht essenziell. Wenn man aber die manuelle Interaktion mit dem Smarthome reduzieren möchte, eine tolle Idee, die auch gut funktioniert. (3/5 Punkte)

Smarthome-Funktionalitäten – Theorie und Praxis: Thema Lifestyle

  • Digitale Sprach-Assistenten:
    • Funktionsweise: Digitale Sprach-Assistenten hören auf Befehle der Smarthome-Bewohner. So kann man per Sprachbefehl die Rollläden öffnen oder schließen lassen, Lichtszenen ändern oder sich einfach an Termine erinnern lassen. Oder aber schnell mal etwas im Internet bestellen.
    • Relevanz im Alltag: Wenn man sich einen digitalen Sprach-Assistenten angeschafft hat, ist das zu Beginn noch ein nettes Spielzeug. Es nutzt sich jedoch sehr schnell ab, denn die relevanten Aufgaben in einem Smarthome laufen im Laufe der Zeit mehr und mehr automatisch ab – sonst kann man ja auch gleich einen Schalter verwenden.
      Was uns zuletzt davon abgehalten hat, diese längerfristig einzusetzen: Auch wenn die Hersteller der digitalen Assistenten kommunizieren, dass die Geräte erst Audio-Mitschnitte ins Internet versenden, wenn man das Aktivierungswort („Alexa“, „Hey, Siri“, „Okay Google“,…) gesagt hat, aber so ganz sicher sollte man sich hier nicht sein. Und so bleibt bei uns der fade Beigeschmack, dass diese Geräte mehr mithören, als man möchte.
    • Beispiel für eine Smarthome-Komponente: Google Nest, Amazon echo, Apple Homepod,… zzgl. dem entsprechenden „Skill“. Bei Verwendung von ioBroker als Smarthome-Zentrale wäre Amazon echo* zu empfehlen.
    • Einschätzung: hilfreich aber nicht essenziell (3/5 Punkte) Problematisch, bzgl. Datenschutz.

  • Multiroom-Audio:
    • Funktionsweise: Musik kann über aktive Lautsprecher raum- und stockwerksübergreifend im ganzen Haus wiedergegeben werden.
    • Relevanz im Alltag: Vernetzte Abspielgeräte, die Zugriff auf das Internet oder die zentralen Musik-Dateien haben, sind wirklich eine tolle Sache. Ein einheitlicher „Musikteppich“ im ganzen Haus hat sich für uns jedoch nicht als relevant herausgestellt. Zu unterschiedlich sind die Bedürfnisse und Geschmäcker.
    • Beispiel für eine Smarthome-Komponente: Multiroom-Lautsprecher von Sonos* oder Denon*.
    • Einschätzung: bedingt hilfreich (2/5 Punkte)

  • Steuerbare Hausgeräte (Waschmaschine, Trockner):
    • Funktionsweise: Start von Haushaltsgeräten, je nach Leistung der PV-Anlage.
    • Relevanz im Alltag: Die Steuerung der Haushaltsgeräte ist eines der oft genannten Argumente beim Thema PV-Anlagen und Smarthome. Die Idee, im Moment der PV-Stromerzeugung auch möglichst die Waschmaschine und weitere Haushaltsgeräte zu starten, klingt ja plausibel.
      Den Alltagscheck bei einer Familie übersteht diese Idee jedoch nicht. Und so läuft die Waschmaschine direkt morgens, damit die Wäsche noch im Laufe des Tages wieder trocknet.
      Daher nutzen wir die Funktion des automatischen Starts dieser Geräte nicht, sondern rufen lediglich den Status und die verbleibende Laufzeit der Geräte ab, um diese zentral auf unserem Smarthome Dashboard anzuzeigen.
      Aber: Die Geräte melden über die Smarthome-Funktion auch, wenn etwas mit der Pumpe nicht in Ordnung ist oder eine Pflege der Geräte notwendig ist, womit sich dann der „Herr des Hauses“ befassen darf.
    • Beispiel für eine Smarthome-Komponente: Moderne Haushaltsgeräte mit WLAN-Verbindung
    • Einschätzung: minimal hilfreich (1/5 Punkte)

  • Steuerbare Küchengeräte (Herd, Backofen, Spülmaschine):
    • Funktionsweise: Start von Küchengeräten, je nach Leistung der PV-Anlage.
    • Relevanz im Alltag: Küchengeräte nach PV-Leistung zu steuern ist für Familien nicht relevant. Man wartet mit dem Kuchenbacken oder Kaffeekochen nun mal nicht, bis die Sonne scheint. Gleiches gilt für die Spülmaschine. Wenn diese aber voll ist, muss sie nun mal direkt gestartet werden. Tendenziell kann man versuchen, den täglich notwendigen Start auf nach dem Mittag zu verschieben, aber immer wird dies nicht funktionieren. Und dann? An einem Tag die Spülmaschine halbvoll laufen zu lassen, nur damit man den PV-Eigenverbrauch maximieren, kann ja auch nicht die Lösung sein. Dem entsprechend hat sich ein automatischer Start auf Basis der PV-Leistung für uns noch nicht als sinnvoll gezeigt.
    • Beispiel für eine Smarthome-Komponente: Moderne Küchengeräte mit WLAN-Verbindung
    • Einschätzung: minimal hilfreich (1/5 Punkte)

Smarthome-Funktionalitäten – Theorie und Praxis: Thema Komfort

  • Lichtsteuerung:
    • siehe Eintrag unter Energie

  • Rollladen- / Storen-Steuerung:
    • Funktionsweise: Steuerung der Rollläden bzw. Storen durch die Smarthome-Zentrale.
    • Relevanz im Alltag: Dies ist definitiv eine der wichtigsten Smarthome-Funktionen, die sich im Alltag bewährt hat. Rollläden bzw. Storen werden in Abhängigkeit verschiedener Faktoren automatisch geöffnet und geschlossen. Diese Faktoren sind die jeweils aktuelle Uhrzeit für Sonnenauf- und -untergang (Astro-Zeiten plus einem ortsabhängigen Korrekturwert), An-/Abwesenheit, Außentemperatur, Hagel- und Sturmwarnungen sowie die Fenstersensoren. Man muss im besten Fall gar nicht mehr darüber nachdenken, die Rollläden zu öffnen und zu schließen, da dies vollständig automatisch erfolgt. In Verbindung mit der Lichtsteuerung wird auch das entsprechende Licht, z.B. im Wohnzimmer, automatisch an- oder ausgeschaltet. Idealerweise werden die Rollläden direkt mit einer Zigbee- oder WLAN-Verbindung installiert. Da dies jedoch oftmals noch sehr viel teurer ist, kann auch problemlos ein entsprechender Schaltaktor dazwischengeschaltet werden und macht so auch nicht smarte elektrische Rollläden smart.
    • Beispiel für eine Smarthome-Komponente: Rollladenschalter von Shelly*.
    • Einschätzung: essenziell wichtig (5/5 Punkte)

  • Rasenmäh-Roboter:
    • Funktionsweise: Mäht den Rasen selbständig.
    • Relevanz im Alltag: Rasenmäh-Roboter gibt es schon einige Jahre. Im Laufe der Zeit wurden diese auch immer besser und effizienter. In aller Regel muss einmalig ein entsprechendes Begrenzungskabel verlegt werden, damit der Roboter seine Grenzen erkennt. Inzwischen gibt es auch erste Geräte, die auch ohne Kabel auskommen. Diese funktionieren aber – Stand heute – noch nicht 100%. Damit der Rasenmäh-Roboter auch alle Ecken des Gartens bearbeiten kann, braucht es nach wie vor eine möglichst einfache Rasenfläche ohne enge Passagen. Dennoch kann es je nach Modell passieren, dass man nach seinen Ferien erst einmal wieder den klassischen Rasenmäher herausholen muss, da sich der Roboter irgendwo festgefahren hat. Apropos klassischer Rasenmäher: Diesen benötigt man auf jeden Fall weiterhin, da mindestens im Frühjahr ein erster Schnitt hiermit durchgeführt werden muss.
      Bei den Flächenangaben der Mähroboter sollte man beachten. Die angegeben Werte sind so zu verstehen, dass der Roboter für die Berarbeitung dieser Fläche non-stop mäht, lädt und weitermäht. Möchte man dem Mähroboter z.B. am Wochenende oder in der Nacht eine Pause gönnen, wird ggf. ein anderes Modell mit größerer Flächenleistung benötigt.
    • Beispiel für eine Smarthome-Komponente: Rasenmäh-Roboter von Husquvana* (Marktführer) oder auch Gardena*.
    • Einschätzung: hilfreich aber nicht essenziell (3/5 Punkte)

  • Saug- und reinigungsroboter
    • Funktionsweise: Reinigt den Boden selbständig.
    • Relevanz im Alltag: Im Familienhaushalt wird der Boden im Ess- und Eingangsbereich schneller schmutzig, als man ihn wieder sauber machen kann. Daher ist ein Saugroboter eine gute Investition. Damit der Roboter auch unter den Esstisch kommt, muss man jedoch die Stühle immer etwas zur Seite schieben. Mit diesem kleinen Aufwand spart man sich jedoch den ein oder anderen Staubsaugereinsatz. Praktisch ist auch die Wischfunktion, die inzwischen bei vielen Modellen dabei ist. Hiermit wird dann regelmässig der gesamte Boden gewischt. Ideal für den Wohn-Essbereich. Jedoch benötigt die Station in vielen Fällen deutlich mehr Platz. In den Kinderzimmern kommen die Geräte jedoch aktuell noch schnell an ihre Grenze. Eltern können sich die Gründe sicher vorstellen…
    • Beispiel für eine Smarthome-Komponente: roborock S8* (nur wischen) oder roborock S8 Pro Ultra*
    • Einschätzung: hilfreich aber nicht essenziell (3/5 Punkte)

  • Fenster-Motoren zum Öffnen und Schließen
    • Funktionsweise: Ermöglichen, den Raum selbständig zu lüften.
    • Relevanz im Alltag: Bei Dachflächenfenstern lohnt es sich in jedem Fall, diese per Motor öffnen und schließen zu lassen. Mit dem in aller Regel direkt mitgelieferten Regensensor schließen die Fenster dann auch direkt bei beginnendem Regen – ganz ohne Smarthome-Zentrale. Für die weiteren Fenster im Haus ist der Nutzen aus unserer Sicht überschaubar. Da sich die entsprechenden Motoren auch bisher nicht unsichtbar verbauen lassen, leidet die Ästhetik zu sehr. Dies ist wohl auch ein Grund, dass dies eher bei größeren Gebäuden wie Schulen oder Turnhallen zur Anwendung kommt.
    • Beispiel für eine Smarthome-Komponente: Velux Fenstermotor* für Integra-Fenster, bzw. Velux Fenstermotor inkl. Solarmodul*. Die Montage erfolgt über den Fensterbauer oder Zimmermann, der auch sicher den zum Fenster passenden Motor direkt anbieten kann.
    • Einschätzung: Automation von Dachflächenfenstern sehr sinnvoll, ansonsten nur für größere Gebäude sinnvoll (3/5 Punkte)

Smarthome-Funktionalitäten – Theorie und Praxis: Fazit

Ein Haus „smart“ zu machen, bietet einige Vorteile, aber vor allem nimmt es den Bewohnern stupide Tätigkeiten ab. Wichtig für uns ist aber, dass die Smarthome-Funktionalitäten im Hintergrund bleiben und sich nicht den Bewohnern aufdrängen. So lernt man die subtilen Unterstützungen zu schätzen und spart gleichzeitig durch automatisch ablaufende Optimierungen auch noch etwas Geld.

Haben wir etwas vergessen?

Sollten wir eine Smarthome-Funktionalität vergessen haben, so schreiben Sie uns gerne einen Kommentar. Wir freuen uns darüber!

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Von Bine

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